2010_1002_ANDACHT PDF Drucken E-Mail
ANDACHT

Warum ich an Gott glaube*
 
Jeder muss die Beweise abwägen. 
 
 
In den letzten Jahren haben wir eine Renaissance von Angriffen gegen Gott und Religion erlebt – denken wir nur an Autoren wie Richard Dawkins (Der Gotteswahn), Daniel Dennett (Den Bann brechen), Sam Harris (Das Ende des Glaubens) oder Christopher Hitchens (Der Herr ist kein Hirte). 

Als Christen und Siebenten-Tags-Adventisten müssen wir von vornherein einräumen, dass wir Gottes Existenz nicht mit wissenschaftlichen Methoden in einem Reagenzglas beweisen können. Gott lässt sich nicht beweisen. Unsere Fähigkeit, Gott zu verstehen, hängt von seiner Selbstoffenbarung ab. 

Gott offenbart sich uns in der Schöpfung (siehe 1 Mo 1,1), in der Natur (siehe Ps 19,2), in unserem Gewissen, in unserer angeborenen Sehnsucht nach Gott und in Jesus Christus, der ultimativen Selbstoffenbarung Gottes (siehe Joh 1,14; Hbr 1,1-3). Gott rechtfertigt sich nicht dafür, wer er ist. Er räumt uns die Freiheit ein, an seiner Existenz zu zweifeln, doch er gibt uns genügend Gründe zu glauben, so dass wir keine Entschuldigung haben (siehe Röm 1,19.20).

Hier sind einige Gründe, warum ich an Gott glaube:

1. Der Ursprung aller Dinge 
Gott nimmt für sich in Anspruch, Himmel und Erde geschaffen zu haben (siehe 1 Mo 1,1-3; Jes 45,12.18). Er stellt fest, dass er den Grund der Erde gelegt und ihre Maße bestimmt hat (siehe Hiob 38,3-5). Er beansprucht, alle Vögel sowie alle Land- und Meerestiere (siehe 1 Mo 1,20-22) und schließlich auch den Menschen (siehe 1 Mo 1,27; Ps 139,14) geschaffen zu haben. Unser Glaube, dass Gott der Ursprung des Lebens ist, gründet sich auf dem biblischen Zeugnis von Gott als dem Schöpfer und Erhalter des Universums (siehe Hbr 11,1).
 

Überall auf der Erde und zu allen Zeiten haben die Menschen ein ethisches Empfinden gehabt. Gottes Gesetz ist in unserem Gewissen verankert
Heute glauben das jedoch nicht mehr viele Menschen. Am 10. September 2008 tagten tausende Wissenschaftler aus 80 Ländern im Europäischen Kernforschungszentrum CERN in der Schweiz, um den größten Teilchenbeschleuniger der Welt, den „Large Hadron Collider“ (LHC; dt. Bezeichnung: Großer Hadronen-Speicherring), in Betrieb zu nehmen. Mit dem Experiment sollte die Urknalltheorie belegt und indirekt die biblische Schöpfungslehre widerlegt werden. Das Ergebnis war allerdings nicht so, wie es die Wissenschaftler erwartet hatten. Entgegen einiger Befürchtungen gab es keine Explosion, kein schwarzes Loch verschluckte Teile der Region, und die Welt ging auch nicht unter. 
 
Für mich bleibt der biblische Schöpfungsbericht unwidersprochen.
 
2.Hinweise aus der Natur 
Auf unserer Erde leben mehr als 11 Millionen Tierarten zusätzlich zum menschlichen Leben. Es gibt 300 000 Arten von Zierpflanzen, 20 000 Vogelarten und 5 000 Reptilien. Unser Planet selbst ist ein faszinierendes Beispiel extremer Komplexität: Damit das Verhältnis zwischen dem Wasser- und dem Landanteil ausgewogen ist, müssen eine ganz bestimmte Größe sowie eine exakte Winkelfrequenz gegeben sein. Die geringste Abweichung vom komplexen kosmischen Zusammenspiel würde für alle Lebewesen über Leben und Tod entscheiden.

Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese Komplexität zufällig entstanden ist? Äußerst gering! Es muss ein intelligentes Wesen hinter all dem stehen. Und für mich ist das GOTT.

Das Zeugnis der Natur ist auch ohne Worte beredt (siehe Ps 19,2). Auch wenn durch die Sünde vieles verdorben, ja zerstört ist (siehe Apg 17,27), können wir in der Natur immer noch Gott erkennen (siehe Röm 1,19.20).
 

3. Ethik und die angeborene Sehnsucht nach Gott
Überall auf der Erde und zu allen Zeiten haben die Menschen ein ethisches Empfinden gehabt, selbst in den abgelegensten Orten mit besonderen kulturellen Eigenheiten. Gottes Gesetz ist in unserem Gewissen verankert (siehe Röm 2,11-16). Jeder Mensch weiß „instinktiv“, dass es falsch ist, einen anderen Menschen umzubringen. Woher kommt dieses ethische Empfinden? Ich bin überzeugt: von Gott. Er ist die Grundlage aller Ethik. 

Ein ähnlich universelles Phänomen ist der Glaube an die Existenz einer jenseitigen Welt und eines höheren Wesens (oder höherer Wesen). Manche beten den „unbekannten Gott“ an wie die Athener zur Zeit des Apostels Paulus (siehe Apg 17,22.23). Dieser angeborene Instinkt ist meiner Überzeugung nach die Folge dessen, dass Gott „die Ewigkeit in [der Menschen] Herz gelegt“ hat (Pred 3,11). Wir sind unheilbar religiös (siehe Apg 17,26.27).

Dem bekannten französischen Mathematiker, Physiker und Philosoph Blaise Pascal wird das folgende Zitat zugeschrieben: „Gott hat ins Herz jedes Menschen ein Vakuum gelegt, das … nur von Gott selbst gefüllt werden kann, dem Schöpfer, der sich uns durch Jesus bekannt gemacht hat.“ (Pensées)

4. Das Zeugnis Jesu 
Auch wenn uns die Natur und das menschliche Leben auf Gott hinweisen, reicht dies nicht aus, um Gott wirklich zu kennen. Der Höhepunkt der Offenbarung Gottes ist Jesus Christus (siehe Hbr 1,1-3).

Mehr als dreihundert Hinweise im Alten Testament allein bezeugen, dass Christus der Messias ist. Jesus ist der Same der Frau (siehe 1 Mo 3,15), von einer Jungfrau (siehe Jes 7,14) in Bethlehem (siehe Mi 5,2; Mt 2,1; Joh 7,42) geboren. Sein Name war Herr (siehe Ps 110,1; Lk 2,11), Sohn Gottes (siehe Ps 2,7; 1 Chr 17,11-14; Mt 3,17; 16,16; Mk 9,7) und Immanuel – „Gott mit uns“ (siehe Jes 7,14; Mt 1,23). Der Verrat durch einen Freund wurde ebenso vorhergesagt (siehe Ps 41,9; vgl. Mt 10,4) wie der Preis für den Verrat (siehe Sach 11,12; vgl. Mt 26,15). Er wurde von seinen Jüngern verlassen (Sach 13,7; Mk 14,50) und mit Dieben gekreuzigt (siehe Jes 53,12; Mt 27,38). Am dritten Tag sollte er von den Toten auferstehen (siehe Mt 16,21; 17,9.22.23; 20,18.19). 

Sein Leben, Tod und seine Auferstehung sind anerkannte historische Tatsachen. Was Jesus Christus jedoch einzigartig macht und ihn von allen anderen Religionsstiftern – einschließlich Buddha, Mohammed und Konfuzius – unterscheidet, ist sein Anspruch, Gott zu sein (siehe Joh 5,17.18; 8,58; 10,30-33).

Ob wir an Jesus glauben, bestimmt für uns buchstäblich über Leben und Tod (siehe Joh 3,36).

Welche Optionen haben wir? 

Entweder war Jesus ein Lügner, ein Verrückter oder tatsächlich Gott. Eine andere Alternative gibt es nicht. Wenn Jesus vorsätzlich über seine Göttlichkeit log, war er nicht bloß ein Heuchler, sondern schlecht. Wenn Jesus wirklich glaubte, Gott zu sein, obwohl er es nicht war, war er verrückt. Aber wenn sein Anspruch stimmt und er Gottes Sohn war, ist es unser Risiko, ihn abzulehnen. 

Am Ende geht es darum, zu glauben, was uns nicht verwundern sollte. Jedes Mal, wenn wir fliegen, bringen wir ein gewisses Maß an Glauben auf, Glauben an Menschen und Maschinen, die uns persönlich nicht vertraut sind. Unser Glaubensweg ist sicherer als jeder Flug. Jesus Christus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben (siehe Joh 14,6).

Für mich reichen die Beweise für Gott und Jesus aus, ihm völlig zu vertrauen und mich ihm auszuliefern. An Gott und Jesus Christus zu glauben ist Leben – ewiges Leben!

*Eine Version dieses Artikels erschien am 4. Juli 2009 in der Zeitschrift Record der Südpazifik-Division



 

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